Warum Jasper sich für das Allied Able entschieden hat
Ein Fahrrad, mehrere Welten
Manchmal verändert sich die Art, wie man Fahrrad fährt, ohne dass man es im Voraus genau plant. So war es auch bei mir. Jahrelang fuhr ich die vorherige Generation des OPEN U.P.. Ein Fahrrad, das in dieser Zeit fast alles ersetzte: Rennrad, Crossrad, Gravelbike und Bikepacking-Bike. Leicht, verspielt und überraschend vielseitig.
Als ich nach einigen Jahren wieder ein separates Rennrad kaufte, entstand Raum für eine neue Rollenverteilung. Ich suchte ein Fahrrad, das die Rolle des OPEN übernehmen konnte, jedoch mit einem klareren Fokus: geeignet für Bikepacking, aber auch für härtere Gravel-Touren und MTB-Marathons. Mit einer sportlichen, tiefen Sitzposition und ausreichend Platz für breite Reifen. Eine Kombination, die seltener ist, als man zunächst denkt.

Die Suche nach der richtigen Balance
Was ich suchte, lag genau zwischen mehreren Disziplinen. Kein aero Gravelracer, aber auch kein schweres Reiserad. Das Fahrrad sollte effizient bei hohem Tempo sein, aber auch Vertrauen vermitteln, wenn das Terrain anspruchsvoller wird und die Touren länger dauern. Genau diese Balance zwischen Geschwindigkeit, Kontrolle und Reifenfreiheit machte die Suche schwierig.
Warum Allied?
Meine erste Berührung mit Allied Cycle Works entstand durch Gespräche bei BikeSuperior, als die Zusammenarbeit mit Allied konkreter wurde. In Europa ist die Marke noch relativ unbekannt, aber das moderne, minimalistische Design sprach mich sofort an.
Als Allied die ersten Bilder des Allied Able zeigte, wusste ich sofort: Genau das ist es. Ein Fahrrad mit klarer Renngeometrie, aber mit Platz für breite Reifen. Kein Kompromiss, sondern ein durchdachtes Gesamtpaket.
Design, Farbe und Ausstrahlung
Die Farbe, für die ich mich entschieden habe, ist Harlequin Fireball. Dies ist dieselbe Ausführung, mit der das Able eingeführt wurde – neben den Teamfarben von unter anderem Payson McElveen. Racing Green habe ich ebenfalls ernsthaft in Betracht gezogen, doch am Ende wollte ich eine echte Rennoptik. Schließlich fährt das Auge mit. Das Able wirkt klar, minimalistisch und zielgerichtet – genau so, wie dieses Fahrrad gedacht ist.
Größe und Passform
Die Wahl der Rahmengröße war schnell klar. Als Bikefitter bei BikeSuperior arbeite ich täglich mit Geometrien und Sitzpositionen. Normalerweise fahre ich Größe 56, und nach dem Vergleich des Able mit meinen bisherigen Fahrrädern bestätigte sich diese Größe erneut als die richtige Wahl.
Satteltyp, Sattelhöhe und Setback sind bei mir weitgehend konstant. Die einzigen Variablen waren die Vorbaulänge und die Lenkerwahl. Nach dem Vermessen und Testen der ersten eingetroffenen Rahmen war auch hier schnell Klarheit. Trotz seines sportlichen Charakters verfügt das Able über einen höheren Stack als mein Rennrad. Das machte die Entscheidung einfach: Lenker so tief wie möglich – und fahren.
Ausstattung: funktional und zielgerichtet
Auch die Ausstattung wurde vollständig aus der Nutzung heraus gewählt. Die Basis bildet ein Allied Able Frameset in Größe 56, aufgebaut mit einer SRAM Force E1 XPLR 1x13 Gruppe. Einfachheit, Zuverlässigkeit und ein breites Einsatzspektrum standen dabei im Fokus. In Kombination mit einem 46T Aero-Kettenblatt bleibt der Antrieb auf schnellen Passagen effizient, bietet aber gleichzeitig ausreichend Übersetzung für lange Anstiege und anspruchsvolles Gelände.
Bei den Laufrädern habe ich mich bewusst für die Zipp 303 XPLR SW entschieden, aufgrund ihrer Stabilität und Unterstützung bei breiteren Reifen. Besonders bei MTB-ähnlichem Untergrund oder langen Tagen mit Gepäck spürt man, wie viel Ruhe und Kontrolle dies ins Fahrverhalten bringt.
Für den Sitzkomfort fahre ich mein bewährtes Reform Seymour Sattel, individuell angepasst und inzwischen fester Bestandteil meiner Fahrräder. Zusätzlich fahre ich seit mehreren Jahren kürzere Kurbeln, was gut zu meinem Fahrstil und der tieferen Sitzposition passt. Jedes Detail dieses Setups ist aus Erfahrung und Nutzung entstanden – nicht aus Trends.
Erster Eindruck und Einsatz in der Praxis
Das erste Mal, dass ich das Fahrrad komplett aufgebaut sah, war bei BikeProtector. Da direkt eine Bikepacking-Tour durch die Alpen geplant war, erhielt das Bike zunächst eine Beschichtung und eine PPF-Behandlung.
Nach einer kurzen Testrunde folgte sofort der Ernstfall: eine 200 Kilometer lange Fahrt durch die Alpen, von Reutte nach Meran. Keine sanfte Einführung, sondern ein perfekter Test. Das Fahrrad fühlte sich sofort richtig an: stabil, effizient und komfortabel – auch nach vielen Stunden im Sattel.
Einige Wochen später fuhr ich mit exakt demselben Setup bei der Gravel-Weltmeisterschaft der Altersklassen. Auch dort bewies das Able seine Qualitäten. Im November folgte ein weiterer Test: 2,25-Zoll-MTB-Reifen und die Dutch Masters of MTB. Auch hier behauptete sich das Bike souverän.
Ein echter Allrounder
Für mich hat sich das Allied Able als echter Allrounder mit Rennherz erwiesen. Ein Fahrrad, das nicht in einer einzelnen Disziplin herausragt, sondern gerade dadurch überzeugt, dass es in all diesen Bereichen stark ist. Von Bikepacking über Gravelrennen bis hin zu langen Alpenfahrten und anspruchsvollen MTB-Marathons.
Es ist kein Fahrrad für jeden. Aber wenn du – so wie ich – ein Bike suchst, das Geschwindigkeit, Kontrolle und Reifenfreiheit vereint, ohne seinen sportlichen Charakter zu verlieren, dann ist dies eine sehr logische Wahl.





